6. bis 21. Juni 2026

11:14; 219 km; 19.5 km/h; 3870 m
Das erste Hindernis des Tages war die Albiskette, die ich über den Höckler-Weg erklamm. Zum ersten Mal kam ich am Eingang vom ehemaligen Kohlebergwerk oberhalb von Aeugstertal vorbei. Dann hatte ich ein schönes Stück Gravel der Reuss entlang. Auf der Veloland-Route ging es durch Luzern und dann in Richtung Brünig. Dort ist jetzt das Stück oberhalb von Lungern komplett asphaltiert. Via Meiringen ging es hinab, zu meiner Überraschung führte die Veloland-Route an den Griessbachfällen vorbei. Sehr schön. Via Aeschi ging es ins Simmental, wo ich einer anderen Veloland-Route folgte. Von Frutigen über Adelboden auf den Hahnenmoos-Pass benutzte ich eine Mountainbike-Land Route. Die Abfahrt vom Hahnenmoos war definitiv kein Vergnügen, bis ich wieder auf Asphalt kam. In Lenk übernachtete ich.
09:05; 171 km; 18.9 km/h; 3080 m
Der Rüwlispass war bis weit oben nett geteert. Ich nahm dann die Panorama-Strecke oben durch in Richtung Saanen. Die Abfahrt war dann teils so steil und mit lockerem Schotter, dass ich schieben musste. Dann ging es auf einer Veloland-Route der Saane entlang und anschliessend in Richtung Col de Jaman. Dort war das letzte Stück hinauf nicht asphaltiert, aber grösstenteils fahrbar. Oben sah ich Autos, was in dem Fall ein gutes Zeichen war: Asphalt für die Abfahrt. Dann ging es halb um den Genfersee und ab Thonon-les-Bains etwas oben durch. Die Gravel-Strecken waren teils mit üblen Schlammlöchern ausgestattet.
08:33; 159 km; 18.6 km/h; 3360 m
Gleich nach dem Start begann die Steigung zum Mont Salève. Es gab eine nette Aussicht über Genf und den See. Nach der Abfahrt ging es etwas der Rhone entlang. Wegen drohendem Regen kürzte ich etwas ab und fuhr dann nur noch über den Mont du Chat. Vor Chambéry gab es noch ein paar Regentropfen, es blieb aber warm. Als ich dann in meiner Unterkunft war, fiel noch mehr Niederschlag.
08:52; 152 km; 17.2 km/h; 3980 m
Wie am Vortag ging es gleich bergauf. Es war etwas bewölkt, aber trocken. Bis Grenoble gab es drei Pässe. In Grenoble besuchte ich einen Veloladen um eine Torx-Schraube (das Multi-Tool hat immer alles bis auf das, was man gerade braucht) an der Satteltasche anzuziehen. Für den Aufstieg Richtung Vercors-Plateau probierte ich das ehemalige Bahntrassee aus. Der Schotter war für meinen Geschmack etwas grob und ich wich nach dem ersten Abschnitt auf die mässig befahrene Strasse aus. Auf dem Plateau hatte ich zur Abwechslung keinen Gegenwind wie sonst, sondern eher Rückenwind. Ich bezog, mangels brauchbaren Alternativen in Die, eine Unterkunft auf dem Pass. Ausserhalb der Ski-Saison ist dort wohl nicht viel los.
08:10; 160 km; 19.6 km/h; 2830 m
Draussen war es am Morgen windig und neblig, das änderte sich dann auf der anderen Seite des Scheiteltunnels in Richtung Die. Zwischen Les Calands und der D174 ging es auf einer gut fahrbaren Forststrasse über den Col du Pinet. Die Abfahrt hatte allerdings eher begrenztes Spasspotenzial. Dann musste ich kurz nach Luc-en-Diois, weil ich für den Rest des Tages keinen Supermarkt oder andere Verpflegungsmöglichkeit mehr am Weg haben sollte. Auf dem Weg zur Station de Valdrôme bog ich wieder auf eine Forststrasse ab, die mich über den Col des Praux führen sollte. Auch dieser Abschnitt war fahrbar, aber mit einer eher fürs Mountainbike geeigneten Abfahrt. Die verbleibenden Cols machte ich auf Asphalt. Die Region war sehr ruhig und es gab kaum Autos. Ich musste dann noch einen Umweg nach Laragne-Montéglin fahren, um mich für Abendessen und Frühstück zu versorgen.
08:36; 154 km; 18.0 km/h; 2700 m
Es ging erst ein Stück nach Süden und dann in einem Bogen nach Westen mit nettem Gravel im Auf- und Abstieg über den Col de Saint-Jean. Danach kam ich in Sisteron durch. Anschliessend ging es über die D17 (teils Gravel) und dann die D3 in Richtung Col de Fontbelle. Die Strecke hatte ich schon einmal im September gemacht. Nur war sie noch schöner, mit grün und gelb blühendem Ginster. Nach dem Fontbelle machte ich noch eine Route Forestière, die gut fahrbar war. In Digne-les-Bains machte ich noch meine Besorgungen und verbrachte die Nacht in einem kleinen Weiler zwischen Digne-les-Bains und Mèzel.
09:45; 175 km; 18.0 km/h; 3500 m
Der Weiler war am Ende einer Sackgasse. Ich probierte, mich auf dem Wanderweg ohne Höhenverlust zur Strasse nach Mèzel durchzuschlagen. Ich verlief mich etwas, überlebte aber, ohne in einen Tobel zu fallen oder in einem Stecheldraht hängen zu bleiben. Auch die Reifen überstanden das Wacholdergestrüpp ohne Platten. Dann ging es wieder auf ein Stück D17, die Sackgasse nach Majastres hinauf. Vor Majastres begann das wohl längste Stück Gravel in Frankreich auf dieser Tour. Landschaftlich schön, aber konditionell und technisch etwas fordernd. Die Abfahrt war hart, führte aber auch auf Singletrails durch Wald und eine Schlucht. Ich liess dann ein weiteres Stück Gravel aus und nahm die schwach befahrene N202 nach Saint-André-les-Alpes. Dann gab es noch ein mässig attraktives Stück Gravel auf der östlichen Seeseite. Anschliessend ging es über weitere Cols und eher einsame Strassen in Richtung Küste. Ich übernachtete hinter Nizza in einer netten Unterkunft mit Blick auf das Meer.
08:59; 173 km; 19.3 km/h; 3860 m
Zum Start fuhr ich durch das schöne Hinterland von Nizza und Monaco, es war nicht allzu viel los auf den Strassen. Der Col de la Madone war wieder einmal ein Highlight. Es waren viele Velofahrende unterwegs. Bei Menton ging es an die Küste und dann über Küstenstrasse mit dem üblichen Verkehrschaos nach Ventimiglia. Irgendwo fing der Veloweg der Küste entlang an, das war ganz nett und führte mich bis San Remo. Dort verabschiedete ich mich von der Küste und fuhr ins Ligurische Hinterland. Das war einsam und schön. Unterwegs musste ich wegen einer etwas komischen Strasse umdisponieren, was mehr Höhenmeter und Distanz gab. Immerhin fand ich ein Restaurant, wo ich mich mit Affogato und Schokoladenkuchen stärken konnte. Am Ende kam ich nach Triora. Ich war dort schon vorbeigefahren, nun hatte ich einen Abend und die Nacht in diesem netten Bergdorf.
09:14; 171 km; 18.5 km/h; 3390 m
Zuerst ging es wieder hinab nach Molini di Triora und dann asphaltiert bis zum Rifugio Allavena/Colle Melosa. Ab da ging es auf einer Militärstrasse in Richtung französischer Grenze und dann teils auf der Grenze, beziehungsweise dem Bergkamm weiter. Im teils etwas gar grobschotterigen Aufstieg begann sich der Halter meiner Head-Unit zu lösen, glücklicherweise ging keine Schraube verloren und mein Multi-Tool hatte den passenden Imbus. Nach dem Aufstieg war der Weg teilweise sogar angenehm zu fahren. Vereinzelte Motocross-Fahrer waren auch unterwegs. Das Wetter war eher dunstig, in Richtung Küste hingen Wolken. Landschaftlich war es sonst recht schön. Es gab auch einen Tunnel, der in einem Bogen verläuft. Ohne Licht wäre dessen Durchquerung recht anspruchsvoll geworden. Der letzte Anstieg hinauf zum Colle di Garezzo hatte es dann nochmals in sich. Die Abfahrt nach San Bernardo war dann OKish zu fahren. In San Bernardo kam ich noch mit einer Velofahrerin mit Gravel-Velo (etwas gröber als meins) ins Gespräch und ich bekam noch einen Tipp zu einer Gravel-Strecke beim Fauniera. Dann ging es hinab ins Tal und dann noch über einen weiteren Pass. Es war warm und landschaftlich weniger spannend. Dann kam noch ein längeres Stück mit ein paar Hügeln in Richtung Borgo San Dalmazzo, wo ich eine gute Unterkunft bezog.
09:19; 147 km; 15.8 km/h; 4440 m
Nicht weit vom Start begann ein netter Veloweg auf der südlichen Talseite. Ab Demonte begann dann der Aufstieg. Es war noch ein zweiter Velofahrer unterwegs, der mein Tempo hoch hielt. Der Colle Fauniera war wieder wunderschön, jede Menge Murmeltiere. Die Strecke über die Gardetta Hochebene war eines der Highlights der Tour. Die Strasse war gut zu befahren, ich musste nur ein Schneefeld umgehen. Ab Colle del Preit und damit den grössten Teil der Abfahrt hatte ich Asphalt unter den Rädern. Wie schon das letzte Mal nahm ich die gesperrte Strasse durch das Vallone di Elva hinauf. Zwar waren immer noch Bauarbeiten im Gang, aber beim aktuellen Tempo geht die Strasse schneller kaputt, als dass etwas repariert wird. Das Steinschlag-Risiko ist schwierig abzuschätzen und im mittleren Teil hat es neu etwas seriösere Abschrankungen. Weiter ging es über den Sampeyre und dann das Tal hinauf. Drama in Casteldelfino, weil der sonst immer offene Laden am Montag geschlossen ist. Also wieder hinab nach Sampeyre (gegen den Wind) zum Einkaufen, der Laden dort war noch in der Mittagspause, als ich das erste Mal vorbeigekommen war. Als ich dann das zweite Mal das Tal hinauf fuhr, hatte ich eine Regenwolke hinter mir, blieb aber verschont. Erst später, als ich schon in der Unterkunft war, gab es etwas Niederschlag.
07:15; 120 km; 16.5 km/h; 3520 m
Noch vor dem motorisierten Verkehr ging es über den Colle dell'Agnello. Ohne über den Schnee laufen zu müssen, geht es deutlich einfacher. Oben war seit meiner letzten Überquerung etwas ausgebaut worden, es gibt jetzt Veloparkplätze. Hinab ins Tal und von etwas zu vielen deutschsprachigen Boomern auf Motorrädern begleitet über den Izoard. Nach einer Pause in Briançon fuhr ich in Richtung Col de l'Echelle, bog dann aber westlich zum Granon hinauf ab. Die nicht asphaltierte ehemalige Militärstrasse war im unteren Teil einigermassen gut befahrbar. Ab dem Weiler Granon wurde der Schotter technisch etwas anspruchsvoller aber fahrbar. Die Abfahrt war asphaltiert. Ich konnte den Tag früh in Le Monêtier-les-Bains beenden und bekam ein erstaunlich gutes Abendessen.
09:05; 183 km; 20.2 km/h; 4030 m
Ich startete schon im Aufstieg zum Col du Lautaret. Über den Galibier war ich recht einsam unterwegs. Von Saint-Michel-de-Maurienne hatte ich dann einen langen Anstieg bis zum Iseran vor mir. Um das etwas weniger langweilig zu gestalten, fuhr ich via Aussois. In der Steigung dort hinauf hatte ich dank einem anderen Velofahrer noch etwas Animation. Den Iseran fuhr ich zum ersten Mal von Süden her. Landschaftlich schön. Dann ging es hinab in die Wärme nach Séez, wo ich ein nettes Studio bezog.
08:58; 182 km; 20.3 km/h; 2760 m
Start gleich auf der Strasse zum Kleinen St. Bernhard. Ich war etwas erstaunt, dass die Steigung wohl nie mehr als 5% betrug. Weil ich genug Zeit hatte und die Hauptstrasse im Tal Richtung Aosta nicht so spannend war, machte ich einen sehr schönen Schlenker über Saint-Nicolas und Arpuilles. Nach einer Mittagspause in Aosta ging es auf den Veloweg nach St. Vincent. Der heisse Gegenwind blies mir ins Gesicht. Das änderte sich auch auf dem restlichen Weg bis Ivrea nicht. Immerhin hatte meine Unterkunft eine Klimaanlage.
09:45; 177 km; 18.1 km/h; 4070 m
Zum Start in Ivrea war es trotz frühem Morgen etwas feucht-warm. Das besserte sich mit dem raschen Aufstieg in Richtung Andrate. Von diesem netten Dorf aus ging es auf die SP512, die ich im Vorjahr wegen Gravel mit dem Rennvelo von der anderen Seite her nicht zu Ende fahren konnte. Ich realisierte, dass nicht viel gefehlt hätte. Über der Ebene war es recht dunstig, die Strecke am Fuss der Berge entlang war trotzdem schön und teils schattig im Wald. Ich kam nach Oropa und dann ging es durch den Tunnel in Richtung Bielmonte, den ich spontan einbaute. Nördlich von Borgosesia hatte ich eine schöne Ciclopedonale mit etwas Gravel, Wald und Schatten. Dann ging es über den Passo della Colma und hinab nach Omegna, wo es ein Gelato gab. Um nicht wieder das gleiche wie neulich zu fahren, wählte ich den Aufstieg via Aurano nach Premeno, dieser hatte es in sich. Immerhin war es nicht so heiss, weil die Strasse grösstenteils im Wald verlief.
07:50; 175 km; 22.3 km/h; 2470 m
Drama zum Start weil ich erst nach einer Stunde bemerkte, dass meine Head Unit nichts aufzeichnete. Wegen über den Alpen drohenden Gewittern und weil sich am morgen der Verkehr auf der Hauptstrasse dem See entlang in Grenzen hielt, fuhr ich ab Cannero Riviera flach nach Ascona. Über den Lukmanier hielten sich Hitze und Verkehr in Grenzen. Ein weiteres Gewitter liess ich hinter mir. Im Rheintal hatte ich genug Zeit um die Veloland-Route ohne viel Asphalt hinab zu fahren. Am Ende hatte ich noch den Aufstieg zum Kloster hinauf.
07:01; 165 km; 23.5 km/h; 1800 m
Früher Start, um der Hitze etwas zu entgehen. Ich kam sehr ruhig durch die Rheinschlucht. Den Kunkels war ich erst einmal hinauf gefahren, ich hatte ihn nicht so steil in Erinnerung. 10% sind schon fast flach. Ab dem Kunkels ging es dann weitgehend hinab. Ich eierte dann auf der Veloland 66 von Rapperswil nach Hause.